Was macht man, wenn Mama und Papa dem E-Bike-Virus verfallen sind und der Nachwuchs nur noch traurig hinterherschauen kann? Wenn gemeinsame Familientouren in ihrer alten Form auf einmal nicht mehr möglich sind?

So geschehen bei uns im Frühjahr diesen Jahres. Aus zugegebenerweise einer etwas unüberlegten Kurzschlussreaktionen sind wir auf E-Mountainbikes umgestiegen und WOW! ist das cool. Aber das ist ein anderes Thema  🙂 .

Selbstredend ist es unmöglich, das Kind auf normalem Bike hinterher strampeln zu lassen, während wir vergnügt und unbeschwert Strecke machen. Das macht schon mit einer Gruppe Erwachsener keinen Spaß und mit Kind erst recht nicht.

Eine Lösung musste her, die idealerweise aus einem coolen Kinderbike mit Motorunterstützung bestand. Google verrät uns auf die Schnelle, dass sich da in den letzten Jahren so einiges getan hat und es tatsächlich schon das ein oder andere Angebot gibt.

Von großer Auswahl kann allerdings nicht die Rede sein und als wir zudem feststellen müssen, dass alle Bikes nicht nur sauteuer, sondern auch elendig schwer sind, denken wir tatsächlich kurz über einen Eigenbau nach. Wir wollen definitiv wieder ein leichtes Rad für Lara (da sind wir von unserem alten Woom echt verwöhnt!) und 20 Kilo für ein Kinderrad, egal ob mit oder ohne Motor gehen ja wohl gar nicht!

Über die Recherche des Selbstbaus sind wir dann auf Ben-E-Bike gestoßen. Wer sich dahinter versteckt? Eine ganz junge Firma aus Niedersachsen, die vor dem genau gleichen Problem stand! Nur, dass sie kurzerhand Nägel mit Köpfen gemacht hat und ihre Vision eines extrem leichten, hochwertigen E-Mountainbikes für Kinder verwirklicht hat. Der Name dafür kommt übrigens vom Nachwuchs höchstselbst, er heißt nämlich Ben  🙂 .

Eins vorneweg: auch die  Ben-E-Bikes sind alles andere als günstig, sie bewegen sich im Rahmen eines Erwachsenen-Bikes. ABER: An keinem Bike für Große in dieser Preisklasse finden sich so hochwertige Komponenten wie an dem Kinderbike. Das wiederum garantiert Langlebigkeit und vor allem Sicherheit und relativiert den Preis somit schnell.

Was ist denn nun so Besonderes an den Ben-E-Bikes?

Unsere Neugier war definitiv geweckt und das Bike denn auch recht fix bei uns.

Schon der erste Eindruck ist einfach nur: wow! Das Bike ist in schlichtem Weiß gehalten und selbst ein Nichtkenner sieht auf den ersten Blick, wie hochwertig es verarbeitet ist. Es wirkt absolut nicht klobig, sondern eher filigran und trotzdem robust.

Ben-E-Bike-Test-ErfahrungenJedenfalls ist Töchterchen nicht zu halten und trotz Einbruch der Dämmerung und Nieselregen muss SOFORT eine kleine Testfahrt gemacht werden. Ich hatte zugegebenermaßen kurz Bedenken, ob der technische Aspekt einem 8-jährigen Kind so auf die Schnelle zugänglich ist, aber erstaunlicherweise war das gar kein Problem. Schwupp, weg war sie und aus 200 Meter Entfernung hörten wir nur noch " Ist das cool!!! Das ist sooo cooool!"  🙂

Ben-E-Bike-Test-ErfahrungenOk, das passte schon mal! In den nächsten Tagen nahmen wir das Bike dann etwas genauer unter die Lupe. Allzu viele technische Details wollen wir euch an dieser Stelle ersparen, denn das könnt ihr auf der Webseite von Ben-E-Bike wesentlich besser und detaillierter nachlesen. Aber ein paar Fakten, die wir persönlich als sehr wichtig erachten, wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Der Rahmen des Ben-E-Bikes:

Um so leichte und trotzdem robuste Bikes bauen zu können, arbeitet Ben-E-Bike mit Pyrobikes zusammen. Pyrobikes (früher Kaniabikes) war uns schon bei unserer Recherche zum Woombike aufgefallen, sie stellen extrem hochwertige Kinderbikes her. Und so sind auch die Rahmen der Ben-E-Bikes modifizierte Rahmen von Pyrobikes. Das hat uns schon mal sehr gefreut und Vertrauen geweckt.

Das Gewicht des Ben-E-Bikes:

Der konsequente Einsatz leichter, edler Komponenten bestimmt am Ende das Gewicht des Bikes. Und das sind bei unserem 24-Zoll-Rad gerade mal 10,8 Kilo. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen! Jedes herkömmliche Kinderbike wiegt mehr und das ohne Motor. Zum Vergleich, ein herkömmliches Cube in 24 Zoll wiegt bereits 12,3 Kilo. Das sind 1,5 Kilo mehr. Hört sich vielleicht wenig an, ist aber im Verhältnis zum Körpergewicht des Kindes ein Riesenunterschied.

Trotz konsequentem Leichtbau achten die Jungs von Ben-E-Bike aber trotzdem auf maximale Sicherheit. Carbon wird daher zum Beispiel nur dort verbaut, wo es auf die Stabilität des Rades keinen Einfluss hat.

Der Motor des Ben-E-Bikes:

Völlig anders als bei den Bikes für Erwachsene wird hier kein Mittelmotor eingesetzt, sondern ein Hinterradmotor. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • der Hinterradmotor ist deutlich leichter als ein Mittelmotor
  • die Gänge lassen sich leichter wechseln, da das Schaltverhalten nicht beeinflusst wird. Gerade bei jüngeren Kindern ein Aspekt, da der Kraftaufwand einfach viel geringer ist
  • das Bike ist nicht auf den ersten Blick als E-Bike zu erkennen
Ben-E-Bike-Test-Erfahrungen
Hinterradmotor beim Ben-E-Bike

Gerade der letzte Punkt begeistert uns persönlich sehr. Wenn man nicht genau hinschaut, sieht das Bike aus wie ein ganz normales Kinderrad. Dazu trägt übrigens auch der Akku einen wesentlichen Punkt bei:

Der Akku des Ben-E-Bikes:

Der Akku ist genialerweise in Trinkflaschenform gehalten und auch an dieser Stelle montiert. Somit ist er nicht als Solcher zu erkennen und noch dazu leicht entnehmbar. Im Alltag, wenn wir nicht in den Bergen oder auf längeren Strecken unterwegs sind, entnehmen wir einfach den Akku. Das spart noch einmal Gewicht und das Rad fährt sich wie ein ganz normales Mountainbike. Geniale Lösung, wie wir finden. Im Prinzip hat man so zwei Räder in einem.

Die Akku-Kapazität beträgt 175 Wh. Klingt erstmal wenig (werden doch bei den E-Bikes für Erwachsene in der Regel 400 Wh und mehr verbaut). ABER: für Kinder in dieser Gewichtsklasse ist das völlig ausreichend! Ben-E-Bike gibt 50 Kilometer Reichweite an, aber bisher haben wir es noch nicht geschafft, den Akku leer zu fahren. Wir kommen auf etwa 70 Kilometer Reichweite, bis der Akku geladen werden muss. Und ganz ehrlich, wer fährt so weit mit einem Kind? Wir jedenfalls nicht. Dafür schätzen wir das extrem leichte Gewicht des Akkus (nur ein Drittel gegenüber herkömmlichen Modellen).

Wem das trotzdem nicht reicht, der kann entweder einen Zweitakku mit auf Tour nehmen oder aber für einen Mehrpreis einen größeren Akku mit 250 Wh verbauen lassen. Wir brauchen das aber wirklich nicht!

Am Akku selbst gibt es noch eine Füllstands-Anzeige (LED`s), die sehr gut funktioniert. Das ist auch gut so, denn die Anzeige am Display hat uns nicht so zufriedengestellt, doch dazu gleich mehr.

Das Display des Ben-E-Bikes:

Leicht und einfach bedienbar ist es, was schon mal gut ist. Über das Display können das Fahrergewicht, die Motorleistung und die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit eingestellt werden. Was sich hier so locker-flockig liest, ist jedoch ein ganz entscheidendes Feature!

Vom Werk aus ist die maximale Geschwindigkeit bei Motorunterstützung auf 20 km/h begrenzt. Über das Display können Eltern diese bis zu 10 km/h zusätzlich individuell drosseln!

Außerdem kann gegen Aufpreis eine Fernbedienung mitbestellt werden. Dann ist es möglich, vom Elternrad aus die Kids per Signalton zu warnen, sollten sie es zu wild treiben und euch der Angstschweiß ausbrechen. Hilft die Warnung nicht, kann der Motor über die Fernbedienung zusätzlich abgeschalten werden!

Wir haben diese Fernbedienung nicht, da wir Gott sei Dank ein Kind haben, welches hört und noch dazu kein Draufgänger ist. Für kleine Unerschrockene aber sicher zu empfehlen!

Außerdem verfügt das Display neben den normalen Funktionen über eine Anschlußmöglichkeit für eine Lichtquelle. Das haben wir aber ebenfalls nicht getestet, da wir KnogFrogs verwenden und diese einfach nur genial finden.

Eine Schiebehilfe gibt es auch noch, sie unterstützt bei Schiebepassagen mit 6 km/h.

Das einzige, was wir am Display zu bemängeln haben, ist, wie oben schon erwähnt, die Akku-Anzeige. Sie ist bei uns sehr ungenau und schaltet von jetzt auf gleich von 2 Drittel voll auf leer. Uns stört das jetzt nicht so, da es ja noch die super funktionierende Anzeige am Akku selbst gibt, wir wollten es aber nicht unerwähnt lassen. Gut möglich auch, dass das nur bei unserem Rad so ist.

Fazit:

Wir sind jedenfalls rundum zufrieden mit unserem E-Bike und würden es wieder kaufen. Die berechtigte Frage, ob ein Kind schon mit einem E-Bike fahren muss oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das soll hier nicht zur Diskussion stehen, darüber werden wir auch auf jeden Fall noch einmal einen gesonderten Artikel schreiben.

FÜR UNS macht das Bike in jedem Fall Sinn. Im Alltag nutzen wir es als ganz normales Bike ohne Motorunterstützung. Sind wir in den Bergen unterwegs (was leider immer noch viel zu selten der Fall ist), genießen wir die traumhaften Touren, die nun möglich sind.

In unserem letzten Urlaub in Kärnten haben wir beispielsweise problemlos Touren mit 500 Höhenmetern und  mehr bewältigt. Das wäre ohne Motorunterstützung definitiv nicht möglich gewesen!

Wenn ihr jetzt Interesse bekommen habt, die Ben-E-Bikes gibt es in den Größen 20, 24 und 26 Zoll. Sie sind auf ein Fahrergewicht von 40-45 Kilo ausgelegt, demnächst soll noch eine 26 Zoll Variante für bis zu 90 Kilo auf den Markt kommen. Alle Modelle, Varianten und technischen Details findet ihr wie immer auf der Homepage:

zur Homepage von Ben-E-Bike

Disclaimer: Wir haben das Bike selbst gekauft. Von Ben-E-Bike wurde uns dazu ein Rabatt gewährt. Unsere Meinung bleibt davon jedoch wie immer unberührt!


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