Der Sentier des Roches ... googelt man nach Wandertouren in den Vogesen, so stößt man mehr oder weniger schnell unweigerlich auf den berühmten Felsenpfad, den Sentier des Roches. Glaubt man dem Wanderführer und diversen Internetberichten, handelt es sich hierbei um die anspruchvollste Tour in den gesamten Vogesen, selbst in einschlägigen Klettersteigführern ist sie gelistet.

Unser Interesse war also geweckt! Aber sollte der Weg tatsächlich so schwierig sein? Richtig glauben konnten wir das nicht, zumal auch überall zu lesen war, dass für die Tour kein Klettesteigset nötig ist. Zu lesen war aber auch die Warnung, dass der Felsenpfad mit (kleinen) Kindern ungeeignet ist.

Wir haben also vorsichtshalber unser Sicherungsseil eingepackt, das Klettersteigset aber im Auto gelassen. Um es vorweg zu nehmen: auch das Seil haben wir nicht gebraucht!

Sentier des Roches mit Kindern: die Tourdaten

Schwierigkeit: mittel/schwer je nach Alter der Kinder

Altersgruppe:  ab 6 Jahre selbst laufend, für Kinderwagen und kleinere Kinder nicht geeignet!

Ausgangspunkt: Parkplatz Col de la Schlucht

Ziel: Startpunkt, Rundtour

Anfahrt: von der Autobahn A5 bzw. der parallel führenden französischen Autobahn über Colmar in Richtung Gerardmer zum Col de la Schlucht.

Strecke: etwa 7,5 km

Ausrüstung: auf jeden Fall Wanderschuhe, normale Turnschuhe reichen nicht! Für kleinere Kinder ein Sicherungsseil, Klettersteigset ist aber wirklich nicht nötig!

Download: Klick unter der Karte auf "mehr erfahren", dann kannst du die Tour downloaden oder auch ausdrucken!

 

So ausgerüstet und mit einem guten Gefühl im Bauch machen wir uns also auf den Weg. Welcher auch gleich ein paar Meter hinter dem riesigen Parkplatz am Col de la Schlucht beginnt. Diese Idee haben aber wohl nicht nur wir, denn trotz des kalten Wetters (7 Grad!) ist ganz gut was los auf dem Weg. Von Einsamkeit kann jedenfalls keine Rede sein, aber daran ist wohl auch das lange Feiertagswochenende Schuld. Vor allem viele Familien mit Kindern begegnen uns, was uns doch in unserer Entscheidung, den Sentiers des Roches mit Kind zu gehen, bekräftigt.

Der Einstieg ist gleich wunderschön, es geht hinein in einen wilden Wald mit herrlichen Wegen, oder besser Pfaden. Denn 2 Meter breite Wanderwege, wie wir sie in Deutschland z.B. aus dem Schwarzwald kennen, gibt es hier in den Vogesen nicht. Das hätten wir so nicht erwartet und sind dementsprechend begeistert!

Schon nach ein paar Hundert Metern stehen wir vor dem ersten Eisensteg und links geht es doch deutlich hinab. Herunterfallen sollte man jedenfalls nicht! Der Steg ist aber auf der bergseitigen Seite gut mit einem Handlauf gesichert, so wie alle weiteren folgenden Eisenleitern und Stege auch. Wirklich gefährlich ist es daher nicht, aber trittsicher und schwindelfrei sollte man in jedem Fall sein!

Auch für kleinere Kinder unter 6,7 Jahren würde ich den Pfad nicht empfehlen und kleine Springinsfelde und auch weniger aufmerksame Kinder müssen auf jeden Fall mit einem Seil gesichert werden!

Wir haben zum Glück ein eher vorsichtiges Exemplar, welches sich freiwillig am Geländer festgehalten hat. Trotzdem darf man das Kind nicht aus den Augen lassen! Und das trifft nicht nur auf die Stellen mit Eisenbrücken zu, sondern eigentlich auf den gesamten Weg, was die Tour dann doch recht anstrengend macht. Überall sind Abhänge (und ich meine Abhänge!), die in tiefe Abgründe und Schluchten fallen, zum Teil fast senkrecht.

Andererseits sorgt genau diese Situation natürlich für ein einmalig schönes Bergerlebnis mit fantastischen Ausblicken, und das in einem Mittelgebirge! Stellenweise wähnt man sich tatsächlich eher in den Alpen, so wild und felsig ist es.

Leider sind die Sektionen mit den Eisenstegen nur im ersten Drittel zu finden, danach folgt der Pfad einem doch recht mühseligen Gekraxel über spitze Steine und Geröllhänge. Die Absturzgefahr ist nun deutlich geringer, allerdings muß man weiterhin sehr gut aufpassen. Ein entspanntes Dahinlaufen stellt sich also eher nicht ein und die 3 Kilometer bis zum Krappenfelsen ziehen sich ganz schön.

Am Krappenfelsen kann man sich dann entscheiden, ob man durch den Wald nach oben abkürzen möchte oder lieber die gesamte Runde läuft. Mit Kindern empfehlen wir euch eindeutig die Abkürzung, da es sonst einfach zu langweilig wird. So war zumindest unser Empfinden.

Ihr nehmt also am Krappenfels den Pfad in Richtung "Troi fours". Nun liegen 250 Höhenmeter vor euch. Die Karte suggeriert einen steilen Anstieg in Zick-Zack-Wegen durch den Wald, aber der ist gar nicht schlimm. Im Gegenteil, wir empfanden ihn als angenehme Abwechslung zu dem doch anstrengenden Gekraxel über die spitzen Steine. Außerdem ist der Pfad durch den Buchenwald wunderschön, man trifft auf einmal niemanden mehr und es läuft sich einfach weg. Irgendwie gefällt es uns hier fast besser als auf dem legendären Felsenpfad, es ist urig und einsam und wir mögen halt einfach keine Menschenmassen.

Sentier des Roches mit KindernOben lichtet sich der Wald und ziemlich unvermittelt stehen wir auf der Hochebene. Wow, ist das schön! Der Weitblick über die goldenen Herbstwiesen in Kombination mit dem kalten, aber jetzt sonnigen Wetter ist einfach umwerfend!

Sentier des Roches mit Kindern

Sentier des Roches mit Kindern

Sentier des Roches mit KindernAchtung, jetzt nicht falsch laufen, ihr müßt euch rechts halten in Richtung Refuge les Trois Fours! Leider war es bei uns schon sehr spät, sonst hätten wir der französischen Berghütte sehr, sehr gern einen Besuch abgestattet! Die Aussicht von dort ins französische Münstertal und in die Elsass-Ebene ist jedenfalls gigantisch!

Na gut, wir laufen also weiter, wieder durch lichten, verwunschenen Wald und sind schon nach 20 Minuten wieder am Auto.

Insgesamt eine wirklich schöne Tour, die auch mit etwas älteren Kindern und etwas Vorsicht problemlos machbar ist und vor allem auf relativ kurzer Strecke alle Facetten der Vogesen zeigt. Felsen und Schluchten, tiefe Wälder, gigantische Hochebenen - alles dabei!


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