Plant viel Zeit ein!

Die braucht es nämlich, wenn ihr mit euren Kindern loszieht und auf Fossiliensuche geht!

Ihr glaubt gar nicht, wie die Kids mit Feuereifer bei der Sache sind! Wir waren schon mehrmals in einem der Steinbrüche auf der schwäbischen Alb und es steht immer wieder auf der Wunschliste ganz oben. Diese kleine Welt aus suchen, klopfen, hoffentlich finden und dann ausgiebig staunen versetzt die Kinder in einen richtigen Rausch.

Und nein, nicht nur unsere Tochter. Alle Kids rings rum hämmern mit Begeisterung auf den Steinplatten herum! Zu groß ist der Drang, einen tollen Ammoniten, einen versteinerten Fisch, Zähne, andere Teile oder gar einen ganzen Flugsaurier zu entdecken. Ok, Letzteres ist eher unwahrscheinlich, aber das braucht ihr den Kids ja nicht zu sagen ;-).

ID_2946_Kinder_beim_Klopfplatz_in_Nusplingen_Martin_Kreidel

Aber wie sind diese Fossilien denn eigentlich entstanden? Diese Frage bekommt ihr bestimmt gestellt und solltet sie dann natürlich auch beantworten können. Wir sind aber keine Geologen und wollen jetzt auch nicht zu wissenschaftlich werden. Ein ganz kurzer Mini-Exkurs in die Urzeit, am Beipiel des Altmühltals, soll daher reichen:

Vor etwa 150 Millionen Jahren lagen das Altmühltal und große Teile der schwäbischen Alb inmitten einer subtropischen Meereslandschaft, dem Jurameer. Dort tummelten sich Raubfische, Krokodile, (Flug)Saurier, Ammoniten (sehen aus wie Riesenschnecken, sind aber keine!), Urvögel und natürlich viele Kleintiere. Wenn diese Tiere starben, sanken sie auf den Meeresgrund, wo sie der Schlamm luftdicht einschloß. Der eigentliche Körper verrottete und Knochen und Schalen versteinerten mit der Zeit. Durch die Kalkschichten wurden die Tiere und Pflanzen zusammengepresst und so zu den heutigen Fossilien.

Das sollte reichen, um den Ehrgeiz eurer Kinder zu wecken, sofort loszusuchen und so bald nicht mehr aufzuhören ;-).

Fossilien suchen mit Kindern: was gibt`s zu beachten?

Nicht viel ;-).

Wichtig ist eigentlich nur, daß ihr richtig ausgestattet seid. Und das bedeutet, ihr solltet Sachen anhaben, die schmutzig werden dürfen und, im schlimmsten Fall, auch einen Riß verkraften. Denn im Steinbruch ist es entweder sehr staubig (bei gutem Wetter) oder schlammig (bei schlechtem Wetter). Und genau so seht ihr hinterher auch aus :-). Außerdem sind manche Platten etwas scharfkantig oder haben spitze Ecken, so dass Kleidung durchaus Schaden nehmen kann.

Wichtig sind deshalb auch feste Schuhe. Auf keinen Fall mit Sandalen zum Steine klopfen gehen, die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß! Gut geeignet sind feste Wanderschuhe oder auch Gummistiefel.

Denkt bitte an sonnigen Tagen auch an einen Kopfbedeckung und Sonnencreme, sowie ausreichend zu trinken. Wer mag oder auf Nummer sicher gehen will, nimmt außerdem eine Schutzbrille für die kleinen Steineklopfer mit.

Als "Werkzeug" zum Steine klopfen braucht ihr Hammer und Meißel. Meistens gibt`s das vor Ort auszuleihen, aber nicht immer oder nicht in ausreichender Anzahl. Deshalb besser den eigenen Werkzeugkoffer plündern und auf Nummer sicher gehen.

2016_HOLCIM_Klopfplatz_Maedchen_mittel

Was sinnvoll ist und was die meisten vergessen (wir auch beim ersten Mal!), ist natürlich eine Sammeltasche für die Ausbeute. Hier haben sich bei uns die blauen IKEA-Taschen bewährt. Sie sind schön geräumig und reißen nicht so schnell.

Habt ihr alles beisammen, kann`s losgehen. Kleinere Kinder läßt man am besten einfach in den Schutthaufen wühlen, für die ist die Arbeit mit Hammer und Meißel noch nichts. Größere Kinder bekommen das aber durchaus hin. Probiert euch zuerst an einer etwas dickeren Platte aus. An den Kanten seht ihr die einzelnen Schichten. Zwischen diesen Schichten setzt ihr den Meißel an und teilt die Platten dann mittels Hammerschlag auf den Meißel vorsichtig auseinander. Nicht zu doll zuschlagen! Mit etwas Glück habt ihr dann euren ersten Fund.

Kleiner Tipp: in noch aktiven Steinbrüchen ist es sinnvoll, an frischen Baggerstellen zu suchen ;-).

Wo findet man Fossilien? Die schönsten Sammelstellen und Steinbrüche in Deutschland:

2015_06_SE_SeeRestaurant
SeeRestaurant im Schiefererlebnis Dormettingen

Prinzipiell könntet ihr überall suchen, wo es Ablagerungsschichten gibt. Nun ist es aber in Deutschland vielerorts so, dass nicht einfach so und irgendwo gesammelt werden darf. Deshalb bieten sich die offiziellen Sammelstellen an, gerade auch mit Kindern.

Außerdem gibt es Gegenden, die wesentlich höhere Erfolgschanchen bieten als andere. Dazu zählen vor allem der Norden mit der Ostseeküste als auch der Süden Deutschlands, hier vor allem Baden-Württemberg.

Fossilien sammeln an der Ostseeküste

Hier findet ihr vor allem Versteinerungen von Muscheln und Schalentieren, versteinerte Seeigel und Donnerkeile. Gute und bekannte Anlaufpunkte sind die Kreideküste um Rügen, der Strand westlich von Kühlungsborn und der Klützer Winkl.

Fossilien sammeln in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist ohne Frage eines der attraktivsten Bundesländer, wenn man auf urzeitlicher Schatzsuche ist. Es gibt hier wirklich viele Sammelstellen und Steinbrüche, in denen ihr die oben beschriebenen Fossilien finden könnt.

Der Übersichtlichkeit halber haben wir eine Karte mit den schönsten und bekanntesten Sammelstellen erstellt. Ihr findet sie ganz oben über dem Text. Wenn ihr selbst noch einen guten Sammelplatz kennt, schickt uns einfach den Link dazu, wir nehmen es dann mit auf:


Möchtest du gerne weitere Tipps zu tollen Outdoor-Aktivitäten mit Kindern? Dann bestell dir unsere Abenteuerpost!

AbenteuerpostKlick hier: Abenteuerpost bestellen!

 

 

 

 


 

Bildquellen:

HOLCIM, SchieferErlebnis Dormettingen sowie Zollernalb-Touristinfo, Martin Keidel

Hinterlasse eine Antwort