Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie "Wandern mit Kindern"

Kennt Ihr das auch: Ihr habt Euch eine schöne Tour rausgesucht, nicht zu schwer und nicht zu lang. Der Weg ist interessant, aber nicht "gefährlich". Alle sind guter Dinge und genießen die Tour, sogar Dein Kind ;-).

Und plötzlich wird der Weg zum schmalen Pfad, rechts eine Felswand und links geht es 100m abwärts. Und was nun? Umkehren geht nicht mehr, dafür seid Ihr schon viel zu weit...

Keine ungewöhnliche Situation in den Bergen, auch wir durften sie erleben. Was für die Großen kein Problem ist, wird für die Kleinen plötzlich zum unkalkulierbaren Risiko. Wie oft sieht man unterwegs Familien, die die Kids dann an der Hand haltend durchschleusen. Die wenigsten sind sich bewußt, welcher Gefahr sie sich und ihr Kind dabei aussetzen. Ganz ehrlich: wenn es hart auf hart kommt: wer kann sein Kind wirklich halten, wenn es rutscht?

Dazu kommt, daß dieses "an der Hand laufen" für keinen wirklich angenehm ist, weder für die Kinder, noch für die Eltern. Oft sind die Wege so schmal, daß es sowieso nur hintereinander funktioniert. Anspannung und Stress sind vorprogrammiert. Eine sehr unschöne Situation, die nicht nur lästig, sondern auch sehr gefährlich ist!

Doch das muß nicht sein, die Lösung ist nämlich ganz einfach!

Wenn wir in den Bergen unterwegs sind, haben wir grundsätzlich einen Komplettgurt für unsere Tochter dabei.

Und so sieht der von uns benutzte Gurt aus:

Klettergurt Mammut (2)Er ist wirklich einfach und ratz fatz anzulegen und zu verstellen. Durch die vielen Schnallen könnt Ihr den Gurt auch ein paar Jahre lang nutzen.

Für uns hat es sich immer als sinnvoll erwiesen, das Kind vorauslaufen zu lassen und am kurzen Seil zu sichern. Der Vorteil daran ist, dass auch kleine Stolperer und Ausrutscher in unwegsameren Gelände gut von hinten abgefangen werden können. Hierzu müsst Ihr hinten am Gurt einen Karabiner anbringen. Oder eine Dynemaschlinge, das ist aber nur zu empfehlen, wenn Ihr Euch schon ein wenig mit den entsprechenden Knoten auskennt!

Als Sicherungsseil ist ein Kletterseil geeignet. Bitte nicht irgendeinen Strick nehmen!!! Das wäre das Schlimmste, was Ihr machen könnt! Irgendwelche Stricke sind nicht elastisch und fangen im Falle des Falls keine Belastungen ab! Das wissen viele nicht, deshalb erwähnen wir es hier! Ein kleiner Sturz kann schon schlimme Folgen haben!

Es sollte also ein tatsächlich ein Kletterseil sein. Ein Einfachseil reicht hier aber. Wenn Ihr das Seil nicht zum späteren Klettern nutzen wollt, geht auch ein reines Wanderseil. Die Seile gibt es als Meterware oder in einer bestimmten Länge.  Fünf Meter reichen für den Anfang. Wollt Ihr das Seil evtl. noch anderweitig einsetzen, z.B. später als Sicherungsseil am Klettersteig, kauft Ihr besser gleich 10 Meter. Dann braucht Ihr später nicht neu zu kaufen, die Seile sind recht teuer.

Wann soll ich den Gurt anlegen?

Wir legen den Gurt immer an, wenn es brenzlig wird. Auch wenn das vielleicht nur ein kleines Stück der Fall ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß dann alle wesentlich entspannter unterwegs sind. Und das ist es uns wert!

Für Kinder gefährliche Stellen sind:

  • geneigte Schotterhalden
  • verblocktes Gelände mit erhöhter Sturzgefahr
  • schmale Wege an Abhängen
  • versicherte Stellen (kurze Abschnitte mit Seilsicherung)
  • Furten!!! an Bächen mit größerer Strömung
  • (Rest)Schneefelder

Letzten Endes kommt es natürlich immer auf Alter und Fähigkeit des Kindes und natürlich die psychische Komponente dabei an. Legt den Gurt einfach an, wenn Euch Euer Bauchgefühl dazu rät!

So ein Gurt kostet um die € 50,-. Das ist nicht viel und Ihr habt ein paar Jahre Sicherheit!

Kaufen könnt Ihr solche Gurte bei Spezialausrüstern für Bergsport und Klettern. Wir benutzen aktuell den Petzl Simba und sind damit sehr zufrieden!

Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie "Wandern mit Kindern"


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10 KOMMENTARE

  1. Hallo,

    und wie wird dann das Seil bei dem Erwachsenen befestigt?

    Wir wollen auch mit Kindern in die Berge und es gibt vermutlich einen Weg der eine kurze strecke etwas ausgesetzt ist und ein Stück durch Geröll geht…

    Gruß Ulla

    • Hallo Ulla,
      auf einem Bergpfad (also nicht beim Klettern oder Klettersteig), nimmst du (oder dein Mann, je nachdem, wer kräftiger ist), das Seil in deine Hand. Wir machen es immer so, dass wir das Seil ganz kurz halten, wenn es brenzlig wird. Du kannst es dir dann mehrfach um die Hand legen, dann hast du mehr „Gripp“. Um die Hüfte oder an einen Hüftgurt bei einem Erwachsenen befestigt man es eigentlich nur beim Klettern. Das ist beim Wandern eher hinderlich, so zumindest unsere Erfahrung.
      LG, Steffi

  2. Hallo,

    Gibt es entsprechende Gurte auch schon für Kinder unter 4 Jahren unter 15kg? Tochter ist gerade 2 geworden

    Viele Grüße
    Timo

  3. Hallo, wor macht ihr das Seil bei einem Komplettgurt am Kind fest. Meistens läuft es ja voraus und das Seil müsste irgendwo hinten befestigt werden, oder?

    • Ja, genau! Wir haben durch die hinteren träger eine Schlafe gezogen und daran einen Karabiner und das seil befestigt. So hatten sie es uns bei Globetrotter gezeigt.
      LG, Steffi

  4. Hallo,
    wie befestige ich das Seil mit dem Karabiner und dem Gurt?
    Muss man auf eine bestimmte Knotentechnik achten?
    Danke und LG
    Martina

    • Hallo Martina, das Seil hälst du einfach in der Hand, ein paar mal rumschlingen, das funktioniert gut! Du kannst dann je nach Bedarf kürzer oder länger sichern.
      LG, Steffi

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