Ihr paddelt gerne und wollt das auch mit Kind weiterhin tun?

Dann stellt sich recht schnell die Frage nach dem richtigen Boot. Wir Camper haben ja in aller Regel ein gemeinsames Problem: nämlich grundsätzlich zu wenig Platz  🙂 . Gerade so ein Kanu ist extrem schwer zu verstauen und wenn man es nicht gerade auf dem Dach verladen will, bleibt eigentlich nur noch die aufblasbare Variante.

Das dachten wir uns auch und begannen uns auf dem Markt umzuschauen. Ziemlich schnell mussten wir feststellen, dass die Auswahl an aufblasbaren Kajaks für 3 Personen doch recht dünn ist. Dazu kommt der doch oft recht hohe Preis, der einen erstmal schlucken lässt.

Doch dann entdecken wir das Ottawa von Sevylor. Noch ganz neu auf dem Markt gefällt uns vor allem die frische Optik und der robuste Eindruck, den das Kajak auf den Fotos macht.

Dieser bestätigt sich auch, als wir das Boot testweise auf der Wiese in unserem Garten auspacken. Die Außenhaut an den Seiten und am Boden besteht aus Tarpaulin, einer Art LKW-Plane. Diese erweist sich auch im Einsatz bei realen Bedingungen als äußerst robust. Steine und sogar Äste im Wasser können ihr nichts anhaben. Trotzdem sollte man natürlich umsichtig fahren und mögliche Gefahrenquellen umschiffen!

Sevylor Ottawa Test Erfahrungen
Testaufbau im Garten 🙂

Da uns der erste Eindruck gefällt, nutzen wir ein Wochenende im Schwarzwald, um das Kajak auf Herz und Nieren zu testen.

Geliefert wird das Kajak in einem (fast) wasserdichten Packsack, der unten noch eine kleine Öffnung hat, aus welcher eventuell vorhandenes Wasser austreten kann. Der Packsack lässt sich gut tragen, kürzere Strecken vom Parkplatz zum Strand oder auch mal 1,2 Kilometer zum Bahnhof sind gar kein Problem. Eine Tageswanderung möchte man mit den knapp 20 Kilo auf dem Rücken natürlich nicht machen, aber dazu ist es ja auch nicht gedacht. Mitgedacht hat Sevylor übrigens bei den seitlichen Schlaufen, an dem die Paddel befestigt werden können. Sehr gut, somit hat man jederzeit die Hände frei!

Der Aufbau geht flott voran. 5 bis 20 Minuten sollte man einplanen und vor allem ein paar wesentliche Punkte beachten:

  • VOR dem Aufpumpen unbedingt die Seitenschläuche ausrichten. Dazu öffnet ihr die Reissverschlüsse unter dem Verdeck und zieht die Schläuche in Position.
  • abwechselnd rechts und links aufpumpen (damit sich die Schläuche gleichmässig füllen, sonst fahrt ihr später garantiert nicht geradeaus!)
  • Die Finne montieren, sie unterstützt den Geradeauslauf gewaltig
  • Unbedingt das mitgelieferte Manometer nutzen und den Druck gut beobachten! Er darf 1,5 PSI bzw. 0,1 bar nicht überschreiten. Die Innenschläuche sind im Gegensatz zur Außenhaut nur aus PVC und drohen sonst zu platzen!

Das Aufpumpen an sich stellt kein Problem dar. Die Bostonventile lassen sich sehr gut bedienen und unserer Meinung nach braucht man auch keine elektrische Pumpe. Eine Handpumpe tut es völlig!

Wo man aber wirklich aufpassen muss, ist die Druckentwicklung. Liegt das Boot nur kurzzeitig in der Sonne, dehnt es sich enorm aus und es besteht Platzgefahr. Im Wasser wiederum lässt der Druck schnell nach und es wird recht fix weich. Das ist auch der Punkt, welcher uns persönlich am Meisten gestört hat. Nach 1 bis 2 Stunden auf dem Wasser lässt der Fahrkomfort doch deutlich nach. Das Boot wird weich und man sollte nach einer Landestelle Ausschau halten, um nachzupumpen. Bei einer Pause wiederum das Boot unbedingt im Schatten lagern oder, falls dies nicht möglich ist, etwas Luft ablassen.

Auf dem Wasser selbst fährt sich das Boot gut. Es ist absolut kippstabil und selbst kleine Hampelmänner an Board können ihm nichts anhaben. Zwei Erwachsene und ein Kind haben Platz, viel Gepäck kann dann aber nicht mehr mit. Hier stoßen die 3,83 Meter Länge dann doch an ihre Grenzen.

Die Sitze sind bequem. Sevylor verbaut bei diesem Modell erstmals schwebende Sitze, sie werden über Schlaufen an der Bordwand eingehangen. Das funktioniert gut und der Effekt, nicht mehr direkt auf dem Boden zu sitzen, ist positiv. Die Rückenlehnen sind verstellbar und theoretisch könnte man sogar eine entspannte Schlummerhaltung einnehmen, wenn der andere paddelt. Dies geht allerdings nur zu zweit, zu dritt reicht der Platz dazu nicht aus, leider.

Stauraum ist ebenfalls gegeben, sowohl unter dem Verdeck, als auch über Spanngurte auf dem Verdeck. Ein bisschen Proviant und alles, was man so für eine kurze Tour mit dem Nachwuchs braucht, kann also problemlos mit.

Nach der Tour muss das Kajak unbedingt gut trocknen. Dazu stellt ihr es am besten hochkant an einen gut belüfteten, sonnigen Ort und lasst etwas Luft ab. Unten befindet sich ein Lenzventil, durch das Restwasser ablaufen kann. Durch die Kombination von Innenschläuchen und Außenhaut dauert es aber doch recht lange, bis das Boot trocken ist. Gut, weiß man vorher und ist auch kein Punkt zur Kritik.

Was hat uns gut gefallen am Sevylor Ottawa:

  • schnell aufzubauen
  • gut zu transportieren
  • durchdachter Packsack
  • Tragehilfen(Griffe) vorn und hinten am Kanu
  • seitliche Paddelhalter am Kanu (genial!)
  • stabile Wasserlage
  • sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis

Was hat uns nicht gefallen:

  • viel Sorgfalt beim Ausrichten der Luftkammern nötig, wir haben es nie ganz gleichmässig geschafft, dadurch keine 100%ige Geradeausfahrt
  • schneller Druckabfall im Wasser, nach einer, spätestens zwei Stunden muss nachgepumpt werden

Unser Fazit zum Sevylor Ottawa:

Für das gebotene Preis-Leistungsverhältnis ist das Kajak absolut ok. Lieferumfang, Sitzkomfort und schneller Aufbau überzeugen. Der Platz reicht auch für eine Familie mit einem (kleinen) Kind und ein wenig Gepäck. Somit für einen Badeausflug von 1,2 Stunden uneingeschränkt zu empfehlen.

Wer jedoch (wie wir) oft mehrere Stunden, auch auf kälteren Gewässern, unterwegs ist, sollte über ein Boot in einer höheren Preisklasse nachdenken. Dies ist aber keine Kritik an dem getesteten Boot an sich! Wir möchten hier auf keinen Fall Äpfel mit Birnen vergleichen, sondern nur auf den geeigneten Einsatzzweck hinweisen!

Unserer Meinung nach ist das Sevylor Ottawa ein tolles Boot für ein paar unbeschwerte Stunden auf dem Wasser und den meisten Booten in dieser Klasse durch einige nette Features überlegen. In der Preisklasse von 400-600 Euro unserer Meinung nach das derzeit beste aufblasbare Kajak auf dem Markt.

Sevylor Ottawa Test ErfahrungenDie Ausrüstung zum Boot:

Disclaimer: Das Kajak wurde uns auf Anfrage zu Testzwecken von Sevylor zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung bleibt davon jedoch wie immer unberührt!


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2 KOMMENTARE

  1. Sehr schöne Testung. Habe selbst ein solches Kanu und kann die genannten Punkte alle nachempfinden und bestätigen! 🙂

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