Wir sind zurück.

Wir leben noch. Und nein, wir sind nicht erfroren.

Wer sich jetzt fragt, wo wir unseren letzten Familienurlaub verbracht haben: im Schnee. Und zwar mit dem Camper, um genau zu sein.

Zugegebenermaßen waren wir selbst sehr gespannt und auch ein wenig nervös, was uns beim ersten richtigen Wintercamping so erwarten würde. Wir campen ja leidenschaftlich gerne, aber im Winter, bei so richtig kalten minus 10 Grad und weniger ist es eben doch etwas anderes. Vor allem, wenn man Kinder dabei hat.

Dementsprechend lange liefen daher diesmal unsere Planungen vorab. WO fahren wir hin, WAS nehmen wir mit und WIE schlagen wir die Zeit tot?

Wird das gut gehen, werden wir nicht die ganze Zeit frieren und nach 2 Tagen nicht mehr wissen, wohin mit den nassen Klamotten? Werden wir uns im Camper nicht gegenseitig über den Haufen rennen? Wird sich unser Kind nicht zu Tode langweilen?

Das waren so die Fragen, die uns beschäftigten. Aber wißt ihr was?

Am Ende war alles ganz easy. So easy, daß wir in 4 Wochen schon wieder fahren werden! Und der Streßfaktor? Der war einfach nicht vorhanden!

Allerdings haben wir uns vorab, wie schon erwähnt, einige Gedanken gemacht und das war auch gut so.

Wintercamping mit Kindern - unsere Tipps:

1. Das Ziel: ein Campingplatz

Sucht euch einen schönen, gerne auch komfortablen Campingplatz. Auch, wenn ihr sonst lieber frei steht oder auf Stellplätzen, ihr werdet vernünftige sanitäre Anlagen zu schätzen wissen! Je nachdem, was ihr tagsüber so macht, freut ihr euch abends auf eine heiße Dusche. Und zwar alle. Bekanntlich faßt ein Wohnmobil-Wassertank nur um die 100 Liter, die sind schnell alle. Und niemand hat im Winter Lust, ständig mit einem Kanister oder Eimer Wasser nachzufüllen.

Außerdem habt ihr auf einem Campingplatz die Möglichkeit, euer Wohnmobil oder Wohnwagen an eine 230V-Versorgung anzuschließen. Sonst ist nach spätestens 2 Tagen der Spaß vorbei, weil eure Batterien leer sind. Dabei braucht es noch nicht einmal viele Verbraucher, wie Licht, TV oder ähnliches, allein die Heizung schluckt schon ordentlich!

Die meisten Campings, die auch im Winter geöffnet sind, haben außerdem Räumlichkeiten, um die Ski und Skistiefel trocken zu lagern. Somit ist man das schon mal los!

Letzter Punkt, der für den Campingplatz spricht: die Kids finden schnell Anschluß und dann ist es eigentlich nicht anders wie im Sommer. Freiwillig wird der Wohnwagen/Camper erst wieder betreten, wenn man draußen nichts mehr sieht ;-).

2. zusätzliche Ausstattung

Wir waren ziemlich basic unterwegs und haben nichts vermißt. Wir brauchten z.B. kein extra Vorzelt. Aber wir haben auch nur ein Kind, bei einer Großfamilie mag das anders aussehen. Hier macht ein (beheizbares) Vorzelt sicher Sinn.

⇒ ⇒ ⇒ hier findet ihr übrigens eine super PACKLISTE, auch für`s Wintercamping!

Ich habe mir allerdings vorher überlegt, wie ich den Dreck und die Nässe aus dem Auto fernhalte. Für diesen Zweck habe ich mehrere dieser Schuhablagen besorgt. Das war eine super Idee! Eine haben wir direkt am Eingang plaziert, sozusagen als Schmutzschleuse. Mehrere weitere haben wir vorn ins Fahrerhaus gelegt. Hat man sich vorne am Eingang nun den nassen Schuhen entledigt, wanderten sie direkt nach vorne auf die Ablagen. Perfekt!

Außerdem haben wir im Bad eine Querstange an der Decke angebracht. Das hat sich ebenfalls als sehr sinnvoll erwiesen. An der Querstange haben wir mehrere Bügel aufgehangen. Ein Problem mit nassen Klamotten hatten wir somit nie. Die Gasheizung hat sie in kurzer Zeit getrocknet.

Apropos Heizung: die erste Frage ist ja immer, ob es nicht lausig kalt ist beim Wintercamping. Ich gebe zu, das war auch meine größte Befürchtung. Völlig umsonst! Die Gasheizung verrichtet ihre Arbeit klaglos und ganz wunderbar. Ihr wollt 25 Grad im Wohnmobil? Kein Problem :-).

Zusätzlicher Gasverbrauch ist natürlich da. Wir haben vorsichtshalber eine dritte 11-Liter-Flasche mit genommen. Gebraucht haben wir in 5 Tagen genau eine. Das ist aber sicher vom Wohnmobil und seiner jeweiligen Isolierung abhängig!

3. Beschäftigung

Tagsüber waren wir skifahren bzw. schneeschuhwandern und somit immer erst am Nachmittag wieder am Camper. Beschäftigungsprobleme gab es keine, im Gegenteil, der Tag hätte ruhig länger sein dürfen ;-).

Solange es hell war, waren wir draußen. Schneemann bauen, Schneeballschlacht, usw.. Zu tun gibt`s auch immer ein bißchen was, z.B., wenn es gilt, das Auto von den Schneemassen zu befreien.

Nehmt für die langen Abende ein paar Gesellschaftsspiele mit, für die Teenies halt die unentbehrliche Elektronik :-). Wir hatten keinen TV etc. und nichts vermißt. Endlich mal Zeit, zusammen ein paar Runden zu spielen.

Ganz wichtig ist "Spielzeug" für draußen. Was im Sommer Sandförmchen, Roller & Co sind, sind im Winter Schlitten / Popo-Rutscher, eine Kinderschneeschaufel, Karotten (für die vielen Schneemänner, die gebaut werden :-)) und bei uns noch die Kinderschneeschuhe. Ach so, die Kinderstirnlampe hat ebenfalls gute Dienste geleistet.

PS: wer nicht skifahren geht, findet hier noch ein paar Anregungen, was man im Winter so alles machen kann!

4. Kinderklamotten

Unbedingt ein zweites Paar Schneehosen mitnehmen, hat uns gefehlt! Außerdem mindestens 2 Paar Handschuhe, eines ist immer naß. Badesachen, falls ein Schwimmbad am Platz ist. Und einen kuschligen, warmen Schlafanzug. Ansonsten brauchten wir für`s Kind so gut wie keine Klamotten, sie war die ganze Zeit draußen!

5. Allgemeine Tipps zum Wintercamping

  • Schneeketten mitnehmen für den Fall der Fälle, wir haben sie schon gebraucht
  • Schneeschieber mitnehmen
  • Besen oder Teleskopstab mitnehmen (zum Dach freiräumen) und eine Leiter. Wir haben diese hier, hat sich bewährt, weil platzsparend
  • Abwasserhahn offen lassen, Eimer drunter stellen (außer bei beheizten Tanks)
  • regelmäßig lüften nicht vergessen, die feuchtwarme Luft muß raus!
  • die Heizung auf jeden Fall durchlaufen lassen! Nachts und wenn ihr nicht da seid, natürlich abgesenkt.

Das war`s, was mir so einfällt. Wie gesagt, wir fanden es überhaupt nicht stressig, sondern wunderschön. Es hat schon was, wenn es draußen haust und schneit und du sitzt drinnen in deiner kleinen gemütlichen Hütte ... hach ja, ich könnt schon wieder los!


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10 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    und danke für die wertvollen Tipps! Wir wollen diesen Winter auch zum 1. Mal mit dem Womo los und haben Ihren Artikel demgemäss mit grossem Interesse gelesen.
    Wir haben auch schon einige Campingplätze (online) angesehen und auch schon einige interessante gefunden. Nun würde uns aber interessieren, wo Sie waren und welchen Campingplatz Sie hatten. Würden Sie uns das verraten? Die kleinen individuellen Häuschen am Womo (mit Sanitärbereich ?) haben es uns angetan. Sowas haben wir bisher nicht gefunden.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Familie Pfefferle

    • Hallo liebe Familien Pfefferle,
      wir waren in Pettneu am Arlberg. Es gibt dort 2 Campings, aber nur der eine hat die Sanitärhäuschen. Ihr findet ihn hier:
      http://www.camping-arlberg.at/
      Einen Nachteil haben die Sanitärhäuschen aber auch. Sie haben einen recht großen Boiler, der elektrisch beheizt wird. Und das ganze läuft über den eigenen Stromzähler. Das macht doch einiges aus und sollte einkalkuliert werden. Wir haben am Ende zu dritt pro Nacht € 70,- bezahlt mit Strom und Endreinigung des Sanihäuschens.
      Viel Spaß und liebe Grüße
      Steffi

  2. Hallo Steffi ,
    gut dass ich dein Bericht gelesen habe , da ist mir
    erst aufgefallen dass es 2 verschiedene Campings sind Ich habe mich jetzt für den Arlberlife ohne Badehäuschen entschieden ….
    Aber mich würde interressieren wie es mit dem Skifahren klappt , vom Campingplatz aus ??
    LG Carmen
    PS : Wir sind nur zu Zweit !!!

    • Hallo Carmen,
      also Pettneu liegt nicht direkt im Skigebiet, ihr braucht also den Skibus. Vom Camping Arlberg aus ging das sehr gut, der fuhr direkt davor ab. Bei eurem Camping weiß ich es leider nicht. Die Fahrt ist nicht land, 5,6 Minuten, wenn ich mich recht erinnere, wir sind immer an der ersten Gondel (von Pettneu aus) ausgestiegen. Das Skigebiet selbst ist recht sportlich.
      LG, Steffi

  3. Danke für den Bericht. Wir werden diesen Winter eventuell auch für ein paar Tage, wenn es ins Programm passt, campen gehen. Mal schauen, wie es wird. Wir sind schließlich fünf Personen. Aber ich denke das passt. Der Tipp mit den Abtropfschalen für die Schuhe ist gut. Das muss ich mir merken. Kommt auf die Weihnachts-Wunschliste 😉

  4. Hallo, sehr interessant! Danke für den schönen Bericht!
    War/ ist euer Mobil denn speziell für Winter ausgerichtet (doppelter Boden, die Wände verstärkt isoliert?,…)
    Liebe Grüße!

    • Hallo Kari,

      ja, wir hatten im letzten Mobil einen doppelten Boden. Allerdings waren wir auch schon vorher im Winter mit unserem Kastenwagen unterwegs und der hatte das alles nicht. Ging trotzdem wunderbar :-).

      LG, Steffi

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