Schneeketten für Schuhe??? Was soll das denn sein?

Noch nie davon gehört?

Wir auch nicht, bis wir durch Zufall auf diese eigentümliche Erfindung stießen und natürlich neugierig wurden. Freundlicherweise wurden uns vom Lieferanten drei Paar dieser coolen Teile pünktlich vor unserem Winterurlaub auf der Seiser Alm zum Testen zur Verfügung gestellt. Ich erwähne extra drei Paar, weil es die nämlich auch schon für Kinder gibt, aber der Reihe nach.

Die Snowline Chainsen Pro kommen in einer kleinen, mit einem Reißverschluß versehenen Aufbewahrungstasche, sicher und praktisch verpackt. Der erste Eindruck ist super, vor allem, wenn man Outdoor-Enthusiast ist und einfach auf derlei Sachen steht  😉 . Noch im heimischen Wohnzimmer werden die Dinger über die Winterstiefel gestülpt und ja, alle drei Paar passen, wer hätte das gedacht!

Die Spikes bestehen auf der oberen Seite aus einem Elastomer, welches bis -60 Grad getestet wurde. Das sollte für unsere Einsatzzwecke reichen . Die untere Seite, also die eigentlichen Spikes, bestehen aus einer Edelstahlkette mit ca. 1cm langen Stahlhaken.

Das Elastomer bewirkt, dass die Grödel auf nahezu jeden Schuh bzw. Stiefel gezogen werden können, das heißt, das Material passt sich an. Das funktioniert tatsächlich. Ich habe beispielsweise Schuhgröße 38, unsere Tochter 34/35. Aufgrund der Größenempfehlung haben wir beide die gleichen Spikes und ich gebe zu, ich hatte vorab arge Bedenken, ob die bei unserer Tochter halten würden. Aber nix da, fix über den kindlichen Winterstiefel gestülpt und die Dinger sitzen bombenfest. Ich bin wirklich begeistert!

Zum Anziehen muss allerdings gesagt werden, dass Kinder bis zu einem gewissen Alter da durchaus Hilfe brauchen. Das Überziehen über die Ferse erfordert doch einen gewissen Kraftaufwand, unsere Tochter hat es allein jedenfalls nicht geschafft. Aber das ist ja nicht weiter schlimm, denn die Grödel sollen ja vor allem eins: sicher am Fuß sitzen. Und das tun sie.

Jetzt aber genug der Theorie, ab geht`s zum Testen nach Südtirol. Freundlicherweise meinte es der Wettergott gut mit uns und schickte pünktlich einen Tag vor unserer Ankunft eine Ladung Schnee, so dass den geplanten Winterwanderungen nichts im Wege stand.

Die Grödel im Wintereinsatz

Also rein mit den Dingern in den Rucksack (hier macht sich schon die Tasche bezahlt, denn die Grödel sind recht spitz und würden sonst mit Sicherheit dem restlichen Rucksackinhalt Schaden zufügen) und erstmal ohne losgewandert. Braucht man die nun wirklich? Ging ja schließlich jahrelang auch ohne!

Wie es der Zufall will, hatten wir gleich auf der ersten Tour folgendes Phänomen: wir wählten zum Einstieg den recht flachen, vielbegangenen Talweg über die Seiser Alm. Da es in den letzten Tagen sehr warm war, war der Weg gut angetaut. Sprich: oben Matsch und drunter Eis. Es lief sich wirklich bescheiden und wir haben so einige (vor allem ältere) Leute rutschen sehen. Also gut, doch fix die Grödel ausgepackt und drübergezogen und, was soll ich sagen: flink wie die Wiesel liefen wir fortan den Weg entlang. Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet, man kann tatsächlich einfach draufloslaufen! Sämtliche vereisten Stellen verlieren ihren Schrecken. Genial! Unterwegs wurden wir dann übrigens noch mehrmals auf die Schuhspikes angesprochen.

Auf Schneematsch und vereiste Wege hatten wir in den nächsten Tagen dann aber trotzdem keine Lust mehr, also gings eine Etage höher auf die "richtigen" Winterwanderwege. Dieses Mal habe ich vor lauter Begeisterung gleich die Grödel angezogen. Und auch hier, auf den typischen gewalzten Winterwanderwegen machen sie sich sehr gut. Der Grip ist einfach fantastisch. Insbesondere bergauf macht sich das krass bemerkbar! Man kommt wesentlich schneller voran und kann somit logischerweise weiter wandern. Sehr gut  🙂 .

Der nächste erwähnenswerte Einsatzzweck für die Grödel (insbesondere hier bei den Kids), ist beim Rodeln. Dazu können wir euch zwar nichts aus eigener Erfahrung berichten (zum Rodeln sind wir dieses Jahr irgendwie nicht gekommen), aber unsere Freunde von Zwerg am Berg haben das ausgiebig getestet. Insbesondere beim Hochziehen des Schlittens am Rodelhang sorgen die Spikes unter den Kinderfüßen für mehr Grip und der Anstieg mit dem Schlitten hintendran fällt den Kindern leichter (den Bericht hierüber könnt ihr hier lesen, dort findet ihr auch sehr schöne Fotos der Grödel im Einsatz).

Die Grödel im Sommereinsatz

Nun ja, Sommer haben wir noch nicht, aber zumindest ist der Frühling im Anmarsch und die Tourenplanung für den Sommer läuft.

Und was hat das nun mit den Schuh-Schneeketten zu tun, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ne ganze Menge, denn die Grödel können auch im Sommer verwendet werden! Empfohlen werden sie hier vor allem für Altschneefelder, steile Schuttrinnen und rutschige Grashänge.

Vor allem die Situation mit den Altschneefeldern haben wir bestens von einem unserer Korsika-Urlaube in Erinnerung. Ich weiß noch ganz genau, wie wir da plötzlich mit unserer damals 5jährigen standen und nicht wirklich wussten, was wir machen sollten. Die Situation war wirklich gefährlich und umkehren ging nicht mehr. Demnächst ziehen wir dann (hoffentlich ganz entspannt) die Grödel aus dem Rucksack!

Wie auch immer, die Dinger sind so klein verpackbar und auch nicht soo schwer (ca. 300g/Paar), dass sie nicht ab sofort bei allen Touren dabei sein sollten. Insbesondere, wenn es in schwierigeres Gelände geht!

Bestellen könnt ihr die Snowline Chainsen pro in allen Größen übrigens am besten hier bei AMAZON.

Hier noch ein paar Tipps zur Größenauswahl, weil wir uns selbst damit auch etwas schwer getan haben:

Modell Winterschuhe und Wanderstiefel Gr. leichte Schuhe Gr.
Chainsen Pro S (orange) 31-34 32-36
Chainsen Pro M (rot) 35-39 36-40
Chainsen Pro L (blau) 39-43 40-44
Chainsen Pro XL (schwarz) 43-47 44-48
Chainsen Pro XXL (schwarz) 47-51 48-52

 

Wobei ihr euch natürlich an den Wanderschuhen orientieren solltet. Im Zweifels- bzw. Grenzfall lieber eine Nummer größer wählen, das hat bei uns auch gut funktioniert. Anderenfalls sitzt der Grödel wirklich sehr straff am Fuß, was durch das kräftige Elastomer einen gewissen Druck verursacht und dann vor allem für die Kids sicher unangenehm ist und die Füße schnell ermüden lässt.


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