Heute wird es persönlich. So richtig persönlich.

Bisher haben wir hier auf unserem Blog noch nie so richtig etwas von unserem privaten Leben, unseren Gedanken und Gefühlen erzählt. Klar, ihr kennt uns von unseren Reisen, unseren Ausflügen und Abenteuern, habt so einige Fotos gesehen und schon einiges (virtuell) miterlebt.

Aber heute aber wird alles anders. Denn unser Leben nimmt eine neue Wendung. Und da das ganz viel mit unseren Vorlieben, Sehnsüchten und Idealen (und damit auch diesem Blog) zu tun hat möchten wir euch mitnehmen. Mitnehmen auf eine ganz andere, neue Reise. Die Reise in unser neues Leben...

Life 2.0: die Reise in unser neues Leben

Wie ihr sicher wisst, lieben wir alles, was draußen stattfindet und ganz besonders gern sind wir dafür in den Bergen unterwegs. In jeder freien Minute satteln wir unseren Camper und fahren gen Süden, immer Richtung Berge.

Kennt ihr dieses Gefühl, magisch von etwas angezogen zu werden, es nicht mehr auszuhalten vor lauter Sehnsucht oder nur noch diese eine Sache tun zu wollen? Bestimmt, denn jeder Mensch hat doch etwas, wofür er brennt, wofür er lebt. Und für uns sind das die Berge, die grünen Wiesen davor und die hübschen Almkühe darauf.

Allgaeu Kuh Alm

Genau deshalb fahren wir so oft ins Allgäu. Komprimiert auf einen kleinen Fleck haben wir dort alles, was uns glücklich macht.

Schon kurz hinter Ulm, wenn die Felder in grüne Wiesen übergehen, stiehlt sich unweigerlich ein Lächeln in unsere Gesichter und kommen die Berge in Sicht, wird daraus ein breites Grinsen.

Wir fühlen uns angekommen und zu Hause, obwohl es doch gar nicht unser Zuhause ist ...

Wie kann das sein, was läuft hier falsch? Wir sind doch eigentlich zufrieden, dort, wo wir leben. Wir haben ein Haus, liebe Freunde und natürlich Familie. Wir sind gesund und leben ein gutes Leben. Sollte man meinen.

Zufrieden ... aber auch glücklich?

Ja, wir sind zufrieden und haben absolut keinen Grund, uns über irgendwas zu beschweren. Aber sind wir auch glücklich?

Doch schon, aber das gewisse Etwas fehlt, macht uns unvollständig, läßt uns zweifeln.

Es ist das Grinsen im Gesicht, das fehlt. Ihr erinnert euch, das Grinsen, welches uns nur die Berge ins Gesicht zaubern können.

Es hat eine Weile gedauert, bis wir das registriert haben und noch einmal etwas länger, bis wir es auch akzeptiert haben. Denn eine solche Erkenntnis bedingt Konsequenzen und weitere Schritte. Es sei denn, man möchte lediglich "zufrieden" weiter leben.

Wollten wir aber nicht. Wir wollten, daß das Grinsen bleibt, daß es unser ständiger Begleiter wird, unser bester Freund.

Also haben wir begonnen, uns mit dem Gedanken anzufreunden, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Alles aufzugeben, was wir uns hier aufgebaut haben und unserem Herzen zu folgen.

Dem Herzen folgen...

Wir haben angefangen, im Allgäu nach Wohnungen zu suchen. Neben der unbändigen Sehnsucht nach den Bergen war es auch der dringende Wunsch nach Verkleinerung und Entschleunigung, der uns zu dem Entschluss geführt hat, dass ein eigenes Haus nicht mehr zu unserem Leben passt.

Denn wir wollen vor allem Eines: mehr Zeit.

Zeit für uns als Familie und Zeit, die wir mit dem verbringen können, was wir lieben. Und dazu zählen leider weder Hausgroßputz noch Gartenarbeit. Jeder, der schon mal ein Haus bewohnt hat, weiß, wovon ich rede. Es sind die vielen kleinen Dinge, die das Leben im eigenen Haus zwar schön, aber eben leider auch zeitraubend machen.

Und wir wollen das nicht mehr. Punkt.

Auf Wohnungssuche im Allgäu

Nun stellt sich die Wohnungssuche im Allgäu als nicht gerade leicht da. Wohnraum ist knapp und nicht nur für uns ist das Allgäu Sehnsuchtsort und Wunschheimat zugleich.

Ganze zwei Jahre lang haben wir gesucht und uns immer mal wieder was angeschaut. Nichts hat gepasst. Zu klein, zu groß, zu teuer. Oder es hat uns ganz einfach nicht gefallen. Denn wenn wir diesen Schritt schon gehen, war eines klar: es muss zu 100% passen.

Wir waren frustriert und hatten die Suche bereits aufgegeben. Wir haben uns gesagt, ok, wenn es jetzt nicht klappen soll, dann eben später, wenn wir nur noch zu zweit sind.

Aber hey, was glaubt ihr, ist passiert? Wir haben uns damit natürlich NICHT abgefunden und das Ganze nur schön geredet. Und uns in Träume und Sehnsüchte für "später" geflüchtet.

Das Leben ist zu kurz für später...

Der Frust stieg und die Zufriedenheit sank. Wer weiß schon, was später ist? Vielleicht erleben wir kein "später". Vielleicht sieht das "später" für uns etwas ganz anderes vor?

Ein Schicksalsschlag in der Familie vor einigen Jahren hat uns gezeigt: das Leben ist zu kurz für später und auch wenn wir die Suche eigentlich aufgegeben hatten und beschlossen haben, "vernünftig" zu sein, so brodelte dieser Wunsch doch unaufhörlich weiter in unseren Herzen. Wir sind JETZT jung und wir wollen JETZT leben und zwar nach unseren ganz eigenen Vorstellungen und Wünschen ...

... tja, und da war sie plötzlich, unverhofft und unerwartet: die perfekte Wohnung.

UNSERE Wohnung.

Der Grundriss: perfekt. Die Lage: perfekt. Der Zeitpunkt: perfekt (unsere Tochter wechselt in den Sommerferien in die weiterführende Schule). Für uns bedeutete das aber vor allem eins: schnell sein und nicht lange überlegen.

Innerhalb von 24 Stunden haben wir einen Besichtigungstermin vor Ort ausgemacht, haben alles stehen und liegen gelassen und sind mal eben schnell 300 Kilometer ins Allgäu gedüst. Wir waren die Ersten, die Chemie mit dem Vermieter hat gestimmt und wir haben direkt zugesagt.

Es folgten schwierige und auch traurige Tage. Die Gespräche mit unseren Eltern und Freunden und die eigene Unsicherheit oder soll ich besser sagen, Angst? Angst vor dem was kommt und Angst, alles richtig zu machen. Oder eben auch nicht...

Wie fühlen wir uns jetzt?

Erleichtert, voller Vorfreude und mit Schmetterlingen im Bauch. Aber auch sentimental und ein wenig wehmütig. Denn wir wissen und spüren nun ganz genau und am eigenen Leib:

Um etwas Neues zu beginnen, muss man etwas Altes hinter sich lassen, auch wenn es weh tut und auch, wenn es unangenehm ist. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

Dem ersten Schritt in ein neues Leben.

Unser Leben 2.0.

Und wisst ihr was? Wir freuen uns darauf!

Der Blick aus unserem zukünftigen Zuhause

 

20 KOMMENTARE

  1. Ihr macht das Richtige!!! Ganz viel Freude und Spass beim Umziehen und ein herzliches Willkommen im Allgäu. Fam. Kästner

  2. Sehr geil, Ihr Lieben! Wir haben aus den selben Gründen unseren Lebensmittelpunkt in die Normandie verlegt und es nicht bereut. Viel Spaß in Eurer Seelengegend 🙂

    • Oh, Normandie, das ist ja nochmal ne andere Nummer. Wir bleiben ja „nur“ in Deutschland, hehe. Obwohl, eigentlich ist das egal, Veränderung bleibt Veränderung, egal, wie weit.
      LG, Steffi

  3. So fühle ich mich auch. Ich atme tief durch und fühle mich wie angekommen. Ich guck auch immer mal wieder nach Wohnungen,. Meinem Sohn würde es dort gesundheitlich auch viel besser gehen. Aber alleine den Schritt zu wagen, so ohne Partner oder familie, puhh…Mal schauen. Ich wünsch euch auf jeden Fall viel Glück und Erfolg.

    • Hallo Julia,
      eigentlich wird es ja leichter, je weniger Personen beteiligt sind. Aber ich verstehe dich natürlich, „allein“ fällt der Schritt sicher schwerer. Trotzdem, es lohnt sich, vor allem, wenn auch noch gesundheitliche Aspekte eine Rolle spielen.
      Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute!
      LG, Steffi

  4. Viel Spaß und einen guten Start bei uns im Allgäu! Wir wohnen auch hier, aber aufgewachsen bin ich auch nicht hier sondern in der Nähe von eurer „alten“ Heimat. In welchen Ort zieht ihr denn genau?
    Alles Gute für den bevorstehenden Umzug und Neuanfang.

    • Hallo Ann-Kathrin,
      ganz lieben Dank für deine Wünsche, die Vorfreude steigt bei uns gerade ins Unerträgliche 🙂 . Wir ziehen nach Sulzberg, ca. 10km südlich von Kempten. Wo wohnt ihr denn?
      LG, Steffi

      • Hallo Steffi,
        Wir wohnen in Wertach, gar nicht so weit weg von Sulzberg 🙂
        Vielleicht sieht man sich ja mal.
        Lg Ann-Kathrin

  5. Glückwunsch zu diesem Schritt. Das spricht mir voll und ganz aus der Seele, aber selbst ohne eigenes Haus oder Wohnung hält mich vor allem mein Job, der vielleicht nicht super erdülend ist aber zufrieden macht. Leider so speziell, dass es ihn woanders kaum gibt. Wie macht ihr das mit der finanziellen Absicherung / Jobs?

    • Hi Chris,
      ja, das mit den Jobs ist so eine Sache. bei uns ist es auch so, dass wir Kompromisse eingehen müssen, ohne geht es ja meist nicht. Ich für meinen Teil arbeite ja von zu Hause aus, da ist es egal, wo das ist. Mein mann wird weiter pendeln und 2,3 Nächte in der Woche außerhalb übernachten. Wir werden sehen, wie sich das einspielt, aber für unseren Traum war es das uns wert.
      LG, Steffi

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