Die Herbstferien rücken in greifbare Nähe und noch immer steht unser neuer Wohnwagen uneingeweiht vor dem Haus. Geht ja gar nicht!

Nun liegen die Herbstferien hier bei uns in Baden-Württemberg bekanntlich nicht zur besten Camper-Jahreszeit, Anfang November nämlich. Außerdem ist eine Woche nicht lang, so dass der Weg in den Süden für uns, die noch keinerlei Erfahrung im Gespannfahren haben, nicht in Frage kommt.

Wir überlegen also hin und her, sollen wir oder sollen wir nicht? Die Wettervorhersage macht es uns dabei nicht leichter und ändert sich stündlich. Am Ende siegt die Neugier und die Vorfreude steigt. Allgäu, wir kommen! Kann der Fendti sich gleich mal beweisen, ob er auch für längeren Aufenthalt bei Schmuddelwetter taugt  🙂 .

Das Packen an sich gestaltet sich leichter als erwartet. Wir kriegen alles verpackt und gewichtsmässig gut verteilt (und freuen uns ganz nebenbei, dass wir uns für die Auflastung entschieden haben). Schon nicht schlecht, nicht über jedes zusätzliche Gramm nachdenken zu müssen.

Einen Schreckmoment haben wir trotzdem: wir wollen gerade los, da fällt uns ein, dass wir die Stützlast vorsichtshalber noch kontrollieren sollten. Gesagt, getan und o weh - wir sind deutlich drüber. Und zwar so deutlich, dass wir denken, das kann doch gar nicht sein! Genauso deutlich kippt demzufolge die Urlaubslaune und wir überlegen, wie wir am besten umpacken könnten. Nicht einfach, denn unser Modell ist sowieso schon recht buglastig.

Um den Start nicht endlos hinauszuzögern, verlagern wir erstmal nur die Gasflaschen in den Kofferraum und beschließen, auf der Autobahn noch einmal anzuhalten und  nachzuwiegen. Wir haben nämlich den leisen Verdacht, dass das Ungleichgewicht durch unsere Lage am Hang herrühren könnte, beziehungsweise hoffen wir das inbrünstig!

Bis zur Autobahn ist es ein ziemliches Geeiere und so steuern wir gleich den ersten Rastplatz an und packen die Waage wieder aus. Und siehe da: jetzt sind wir deutlich unter der Norm! Also doch der Hang! Das Ende vom Lied: Gasflaschen wieder rein und alles ist gut  🙂 .

Fazit: messe die Stützlast nie am Hang, sondern immer auf brettebener Fläche!

Die restliche Fahrt ist total entspannt und wir schnurren die 300 Kilometerchen nur so weg. Wir kommen super klar und merken fast gar nicht, dass da hinten noch was am Haken hängt. Klar, die Reisegeschwindigkeit ist unter unserem üblichen Durchschnitt, aber soo viel langsamer als mit dem Wohnmobil sind wir im Endeffekt nun auch wieder nicht.

Glücklich und zufrieden kommen wir an unserem Ziel, dem Insel-Camping am Niedersonthofener See, an. Ein wunderschöner, kleiner Platz, der uns gleich auf den ersten Blick gefällt. Wir werden nett von einem älteren Herrn, dem Familienoberhaupt und Betreiber des Platzes, empfangen. Im November ist nicht so viel los und somit bekommen wir tatsächlich noch ein Plätzchen mit Blick auf den See. Super!

Testfahrt Fendt Wohnwagen
Unser Plätzchen mit Seeblick

Allerdings ist der Camping klein und die Zufahrten nicht gerade wie gemacht für größere Wohnwagen. Vom Betreiber kommt denn beim Anblick unseres Gespanns auch sofort die Frage nach einem eventuell vorhandem Mover und wir nicken freudig mit dem Kopf!

Also ist Abkuppeln angesagt und ganz entspannt manövrieren wir den Fendti an unserem Traumplatz. Das hat mal super geklappt und sogar Spass gemacht.

Fazit: so ein Mover ist ein tolles Männerspielzeug und an manchen Stellen sogar mehr als hilfreich  😉

Testfahrt Fendt Wohnwagen
Movern macht Spass 🙂

So, langsam wird es dunkel, also noch alles schnell einräumen und mit Wasser und Strom versorgen, Nudeln aufsetzen und mit einem Bierchen auf den gelungenen Einstieg anstoßen!

Testfahrt Fendt WohnwagenDer Platz liegt sehr ruhig und nachts ist es stockdunkel. Wir schlafen super und wachen morgens mit einem nur allzu bekannten Geräusch auf: Regen.

Macht aber nichts, wir frühstücken in aller Ruhe und genießen den vielen Platz, den wir jetzt haben und überhaupt das schöne Ambiente um uns herum. Ist eben doch ein anderes Wohngefühl als im Wohnmobil, wo der Autocharakter überwiegt.

Testfahrt Fendt Wohnwagen
Mist ... Regen!

Wir stehen mit dem großen Bugfenster zum See und (theoretisch) hätten wir einen tollen Blick. Heute allerdings beschränkt er sich auf Nebel und Dauerregen. Drum packen Töchterchen und ich am Nachmittag unsere Badesachen und fahren für ein paar Stunden ins Cambomare nach Kempten. Ist ja kein Problem, schließlich haben wir jetzt ein separates Auto dabei! Der Chef hingegen darf sich derweil ein wenig erholen und hält mit Hundi ein Nickerchen. Am Abend sind trotz Dauerregen alle glücklich und zufrieden. Eine ganz neue Erfahrung!

Am nächsten Morgen fällt das Zähneputzen aus. Vorerst, denn: das Wasser ist alle. Wie, jetzt schon??? Ach ja, wir haben ja keinen 80 Liter Tank mehr, sondern nur noch die Hälfte! Also ist erstmal Wasser auffüllen angesagt, erfreulicherweise befindet sich die Zapfstelle direkt an unserem Platz. Darauf werden wir also in Zukunft achten, denn das Wasserholen und Wegbringen wird zu schöner Regelmässigkeit im Wohnwagenalltag, an die wir uns erst noch gewöhnen müssen. Wir sind sehr froh, uns für den größeren Tank entschieden zu haben.

Fazit: wenn du kannst, nimm den 40l Tank anstelle des 20l Pendants!

Die nächsten Tage meint es das Wetter gut mit uns, es regnet nicht mehr und ab und zu kommt sogar die Sonne raus. An einem Nachmittag reicht es sogar zum Draussen sitzen und Käffchen trinken!

Testfahrt Fendt WohnwagenMit dem Campingplatz haben wir die absolut richtige Wahl getroffen und somit bleiben wir auch hier.

Einer der (theoretischen) Gründe, warum wir vom Wohnwagen auf Wohnmobil gewechselt sind, bestätigt sich schon hier, in unserem ersten Urlaub: wir wollen einfach nicht mehr soviel herumreisen, sondern lieber eine Region intensiver und langsamer erkunden.

Und genau das tun wir auch! Die nächsten Tage verbringen wir ganz entspannt mit kleineren und größeren Hundespaziergängen, Ausflügen und Wanderungen.

Wie stressfrei ist es doch, nicht erst alles reisefertig machen zu müssen und aufzuräumen. Nein, einfach ins Auto setzen und los! Spontan und ungeplant. Am Ende machen wir mehr als mit dem Wohnmobil und sind trotzdem entspannter unterwegs.

Und abends? Da kehren wir zufrieden an unsere Homebase zurück und genießen den Fendti, unser kuschliges kleines Nest. Der Grundriss ist perfekt für uns. Wieso, weshalb, warum, das erzählen wir euch im nächsten Artikel!

Fazit: ALLES RICHTIG GEMACHT!!!

Testfahrt Fendt Wohnwagen

Inselcamping Niedersonthofener See


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4 KOMMENTARE

  1. Wir waren vor ca. 4 Jahren auch im November im Allgäu mit eine Camper unterwegs. Das war ein richtig schöner goldener Herbst, ich werde das nie wieder vergessen. Seit dem träume ich von einem eigenen Wohnmobil/Camper, aber uns sind die Kosten im vergleich zu unseren Urlaubsfahrten noch etwas zu teuer. Jetzt haben wir unsere Zeltausrüstung etwas aufgestockt. Jetzt reisen wir damit einfach in der wärmeren Zeit herum. Macht unserem kleinen Mann sehr viel Spaß.

    • Hallo Andrea,
      ganz zu Anfang waren wir auch mit dem Zelt unterwegs und im letzten Sommer auch mal wieder eine Woche auf Texel. war auch ganz toll, ich liebe das „echte“ Campen“ im Zelt genauso wie das Reisen mit festem Dach überm Kopf. Wir fahren halt oft in kühle Regionen, hauptsächlich in die Alpen, da ist es einfach praktischer mit Camper. Aber wie heisst es immer so schön: „es gibt für alles seine Zeit“. In diesem Sinnen wünsche ich dir immer tolle Camper-Days, egal ob mit Zelt oder Camper oder sonstwie.
      LG, Steffi

  2. Hallo,
    ein schöner Bericht! Aber ich bin schon gespannt auf den angekündigten Blog, beftreffend der Wahl des Wowa. Uns geht es gerade genauso. Wir lieben unser Wohnmobil aber das fehlende Auto vor Ort fehlt. Auch die Wohnlichkeit gerade in der kühleren Jahreszeit ist uns wichtig!
    Ich freue mich, wieder was von euch zu hören. Wir werden noch weitere Nächte über das Vorhaben nachdenken!
    Viele Grüße
    Melanie

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