Bald ist es soweit!

Nach 3 endlos scheinenden Monaten ohne rollendes Zuhause werden wir in wenigen Tagen unseren neuen Wohnwagen, einen schnuckeligen Fendt mit klassischem Familiengrundriss, abholen. Wir, die immer gesagt haben, nie, nie, nie einen Anhänger. Wir, die absoluten Wohnmobilfreaks!

Wohnwagen oder Wohnmobil mit KindernNun ja, die Zeiten ändern sich und ich schreibe diesen Artikel mit ehrlicher Vorfreude. Den Wechsel vom Wohnmobil zum Wohnwagen haben wir uns reiflich überlegt und sogar den letzten Urlaub probehalber so gestaltet, als wären wir bereits mit Wohnwagen unterwegs. Der Abschied von unserem geliebten Wohnmobil fiel mehr als schwer und trotzdem sind wir uns absolut sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Unser ganz privates "Wieso-Weshalb-Warum" ein Wohnwagen für eine Familie besser geeignet ist als ein Wohnmobil:

Sieben Punkte haben sich für uns als wesentlich herauskristallisiert und die möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten. Vielleicht hilft es ja auch dem ein oder anderen bei der für ihn richtigen Entscheidung  😉 .

#1 mit Wohnwagen ist man vor Ort mobiler

Ganz klar für uns der letztlich ausschlaggebende und wichtigste Faktor! Gerade, wenn wir mit unserer Tochter unterwegs sind, merken wir deutlich, dass uns mit dem Camper einfach die Mobilität vor Ort fehlt.

Zwei Regentage nacheinander? Zu zweit kein Problem, mit Kind sieht es allerdings schon wieder anders aus, da wird es spätestens am zweiten Tag spannend. Da wir gern in ruhigeren Regionen auf naturnahen Campingplätzen unterwegs sind, ist das nächste Schwimmbad, Kino oder Museum in der Regel nicht fußläufig zu erreichen. Dann heisst es alles zusammenpacken und jeden herumliegenden Gegenstand an seinen festen Platz zu verräumen. Ganz ehrlich? Dazu haben wir schlichtweg keine Lust.

Dazu kommt, dass wir fast immer in den Bergen unterwegs sind. Wir wandern sehr gern und mehr als einmal mussten wir schon Touren, auf die wir uns gefreut haben, aufgeben, weil wir für unser Wohnmobil einfach keinen Parkplatz am Wandereinstieg gefunden haben.

Ein weiterer Punkt, der an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll: möchte einer aus der Familie irgendwohin und sei es nur zum Einkaufen, müssen alle anderen mit. Hört sich lappidar an, ist es aber nicht! Dazu ein Beispiel aus unserem ganz persönlichen Campingalltag: stellt euch vor, es ist schönstes Sommersonnenwetter und Papa will zum Fliegen ins 10 Kilometer entfernte Fluggebiet, der Rest aber gerne gemütlich am Campingplatz abhängen ... mit Wohnwagen und PKW gar kein Problem, mit Wohnmobil aber schon!

#2 mit Wohnwagen bleibt man länger an einem Ort

Ein Punkt, der sich bei uns beim Reisen mit Kind doch in eine ganz andere Richtung entwickelt hat, als wir jemals dachten. Nach einigen Rundreisen, wie z.B. nach Norwegen haben wir gemerkt, dass wir mit diesem Reisestil den Bedürfnissen unserer Tochter nicht wirklich gerecht werden. Es mag Kinder geben, die den täglichen Wechsel mögen, unseres gehört nicht dazu.

Und auch wir selbst haben gemerkt, dass wir doch länger an einem Ort verweilen möchten, tiefer eintauchen und intensiver erleben. Wir möchten mehr wandern als fahren, mehr radeln als erkunden. Und unsere Tochter? Die ist wieder glücklich, weil sie Freunde findet, mit denen sie die kleine Campingplatzwelt unsicher machen kann.

#3 in einem Wohnwagen hat man mehr Wohngefühl

Das mag Vielen unwichtig sein, uns nicht  😉 . So wichtig, wie es uns ist, es zu Hause schön zu haben, so wichtig ist uns das auch unterwegs. Schon im Wohnmobil haben wir es total genossen, unser "Zuhause in klein" immer dabei zu haben und haben es uns so gemütlich wie möglich gemacht.

ABER: es ist und bleibt halt immer noch ein Auto! Für Leute wie uns, die im beruflichen Alltag täglich viele Stunden im Auto sitzen, definitiv ein Thema.

#4 im Wohnwagen hat man mehr Platz auf gleicher Länge

Hierzu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Wir waren allerdings sehr überrascht, als wir uns das tatsächlich mal im direkten Vergleich angesehen haben. Unser Wohnmobil hatte eine Länge von 6,20m, unser neuer Wohnwagen eine Aufbaulänge von 6,16m. Also im Prinzip gleich groß. Aber was für ein Unterschied! Der Wohnwagen gleicht im Inneren einem Wohnzimmer, hat gefühlt 3x mehr Stauraum und ist insgesamt wesentlich "luftiger". Klar, der gesamte Bereich des Fahrerhauses kommt ja platzmässig dazu!

#5 der Wohnwagen bietet die Möglichkeit, den Wohnraum durch ein Vorzelt zu erweitern

Ob man das braucht, muss jeder für sich entscheiden. Wir persönlich finden es ganz nützlich, schon weil wir im Vorzelt unsere persönlichen Dinge, wie z.B. die (hochwertigen) Fahrräder, den Grill und die Campingmöbel über Nacht gut unterstellen können. Das bedeutet einfach wieder ein bisschen weniger Verräumungsstress am Abend.

Natürlich gibt es auch Vorzelte für Wohnmobile, welche die Mobile aber leider meistens  wieder "immobil" machen. Denn wer baut schon sein Vorzelt ab, wenn er mal schnell zum einkaufen will? Der Vorteil eines Vorzeltes in Kombination mit einem Wohnmobil ist uns persönlich jedenfalls nie so richtig klar geworden.

#6 mit Wohnwagen ist nicht gleich der ganze Urlaub zu Ende, wenn man mal eine Panne hat

Nicht lachen! Aber das ist für uns tatsächlich ein wichtiger Punkt. Wir haben extrem wenig frei und reisen aber leider extrem gern. Nichts ist in einem solchen Fall ärgerlicher, als mit seinem Wohnmobil eine Panne zu haben. Eine Panne, die nicht innerhalb von ein paar Stunden behoben ist.

Ein kleiner Schwank dazu aus unserer Wohnmobilzeit: wir freuen uns tierisch auf ein freies Wochenende, welches wir im Allgäu verbringen wollen. Wir kommen genau 130 Kilometer weit, da fängt es an zu regnen. Und was geht wohl plötzlich nicht mehr? Genau, unsere Scheibenwischer. Kein Problem denken wir, es gibt ja den ADAC. Der kam auch zügig, aber nur um uns mitzuteilen, dass in unserem Fall eine Reparatur nicht möglich sei (spezieller Motor vom Wohnmobilhersteller). Wir mussten dann zwangsläufig die folgende Nacht und den halben nächsten Tag auf einem Parkplatz ausharren, bis es endlich zu regnen aufhörte und wir wieder nach Hause fahren konnten. Der Scheibenwischermotor wurde nach 6 (!) Wochen geliefert. Kein Witz!

Diese unlustigen Einlagen bleiben einem mit Wohnwagen weitgehend erspart. Klar, kann uns auch hier eine Panne am PKW erwischen, aber dann können wir uns immer noch auf den nächsten Campingplatz ziehen lassen und müssen nicht zwangsweise den Urlaub abbrechen.

#7 der Kostenfaktor

Der Kostenfaktor kommt hier tatsächlich als letzter Punkt zur Aufführung, da er uns am wenigsten in unserer Entscheidung beeinflusst hat. Aber natürlich wiederum ein sehr angenehmer Nebeneffekt ist  😉 . Nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt kostet ein Wohnwagen jährlich nur ein Bruchteil dessen, was ein Wohnmobil verschlingt.

Instandhaltung, Durchsichten,höhere Versicherung, Reifenwechsel bei Winternutzung und und und ... Die Liste ist ziemlich lang und wir finden es prima, dass wir dieses Geld demnächst für andere schöne Dinge zur Verfügung haben.

Für neue Reisen zum Beispiel  🙂 .


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3 KOMMENTARE

  1. Danke für diesen informativen Beitrag! Wir haben mal überlegt uns irgendwann vielleicht ein Wohnmobil zuzulegen, um damit durch Schweden zu fahren. Aber eure Pro-Wohnwagen-Argumente haben uns echt überzeugt. Über manches denkt man gar nicht so richtig nach. Und für Urlaubs-Großeinkäufe wären mitgenommene Fahrräder am Wohnmobil vielleicht auch nicht optimal.
    Liebe Grüße aus Berlin
    Petra

    • Hallo Petra,
      beides hat seine Vor- und Nachteile, wie immer im Leben. Will man mehr reisen und wechselt jeden Tag den Ort, ist das Wohnmobil das Richtige. Bleibt man länger an einem Fleck und möchte von dort aus intensiver erkunden, ist der Wohnwagen das Mittel der Wahl.
      Viel Spass auf eurer Tour, Schweden ist sicher toll, steht auch auf unserer Liste ;-).
      LG, Steffi

  2. Hallo Steffi,
    wir sind mehr der zweite Typ: Einige Zeit Station machen und die Gegend erkunden 🙂

    Schweden ist wirklich schön, wir waren sehr oft dort, allerdings in Ferienhäusern. Schonen / Österlen (schönes Licht, toll für Künstler), Dalarna (wo die geschnitzen Dalapferdchen herkomen), Bohuslän (wo die Camilla-Läckberg-Krimis entstehen) und sehr gere auch Öland – dort ist es auch toll. Im nächsten Jahr müssen wir unbedingt wieder hin 🙂
    LG
    Petra

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